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Pokalkracher auf Erin

Wacker trotzt Regionalligisten Verlängerung ab und verliert nach Elfmeterschießen mit 4:6

Sascha Schröder ist bekannt für seine weiten Einwürfe.

Ein wenig konnte einem Torwart David Scholka schon leid tun, als er nach 120 nervenaufreibenden Minuten und einem dramatischen Elfmeterschießen in sich gesunken mitten auf dem Spielfeld saß und nicht unbedingt bester Stimmung war. Doch er richtete seinen Blick schon wieder voraus, indem er äußerte „Die Liga ist wichtiger!“ Trotzdem hätte er diesen Pokalfight sicherlich gerne gewonnen. Der Sieg jedenfalls wäre verdient gewesen.

In der zweiten Runde des Westfalenpokals traf Wacker gestern auf den Regionalligisten 1. FC Kaan-Marienborn aus Siegen. Bei solch einem typischen Pokalspiel, bei dem der „Kleine“ auf den „Großen“ trifft, kommt es häufig zu Überraschungen. Dass aber Wacker über 90 Minuten das Spiel dominierte, hätte man gegen ein drei Klassen höheres Team wohl nicht gedacht.

Schon in den ersten Minuten erspielte sich Wacker gute Chancen und war direkt im Spiel. Durch das konsequente Gegenpressing im Mittelfeld erkämpfte sich unser Team schon früh die Bälle, um dann sofort die Vorderleute zu bedienen. Die Gäste kamen erst in der 21. Minute zu ihrer ersten nennenswerten Chance. Der Ball ging aber über den Kasten von David Scholka. Sascha Schröder tauchte kurze Zeit später frei vor Torwart Christian Bölker auf, der den Schuss sehenswert parierte. Weitere gefährliche Angriffe konnten leider nicht mit einem Tor belohnt werden, da entweder Torwart Christian Bölker zur Stelle war oder der Ball knapp am Tor vorbei ging.

Mit einem Null zu Null in die Halbzeit zu gehen und der Gewissheit, sich viele Chancen (6:1!) erspielt zu haben, war nunmehr ein klarer Vorteil für unsere Mannschaft. Kurz nach dem Seitenwechsel wurde es im Strafraum der Gäste gleich zweimal gefährlich. David Queder verfehlte aus sechs Metern nur knapp und der Torschuss konnte geklärt werden. Nach der darauffolgenden Ecke köpfte Marius Hoffmann wieder knapp links am Tor vorbei.

In der 56. Spielminute berührte ein Spieler Kaan-Marienborns bei einem Abwehrversuch im Strafraum den Ball mit der Hand. Schiedsrichter Marian Zabell entschied sofort auf Elfmeter. Mike Bednarek verwandelte den Strafstoß zum umjubelten 1:0 sicher ins untere rechte Eck. Mit einer Direktabnahme traf Sascha Schröder wenige Minuten später zum vermeintlichen 2:0. Der Treffer wurde aber aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben.

Danach folgten wieder mehrere Torchancen für das Heimteam. Julian Ucles Martinez erkämpfte sich nach 60 Minuten den Ball, sprintete durch das Mittelfeld, um ihn dann zu Sascha Schröder zu spielen. Dieser legte ihn auf David Queder ab. Der gut herausgespielte Angriff führte aber leider zu keinem erneuten Tor.

Den unglücklichen 1:1-Ausgleichtreffer durch Jannik Schneider in der 90. Minute (!) konnte die sehr souverän agierende Hintermannschaft um Bastian Fritsch nicht mehr verhindern. Ein Riesenglück für den Regionalligisten und kaum mehr erwartet. Welche Enttäuschung für die 200 Wacker-Fans.

In der Verlängerung igelte sich die Mannschaft von Aytac Uzunoglu keinesfalls ein, im Gegenteil. Wacker kam erneut zu Chancen und löste die Riesenaufgabe konsequent spielerisch.

Beim anschließenden Elfmeterschießen verschoss der so stark agierende Bastian Fritsch. Torwart David Scholka parierte den Schuss von Tiziano Pietro Lo Iacono, doch der Ball kullerte anschließend doch noch über die Linie. Den letzten Elfmeter verwandelte Mats-Lukas Scheld zum 4:6-Endstand. Der fünfte Elfer für Wacker wurde nicht mehr ausgeführt.

Die Mannschaft um Trainer Aytac Uzunoglu und Co-Trainer Steffen Golob kann dennoch sehr stolz auf die eigene Leistung sein und hat ein Superspiel abgeliefert. Das sahen auch die Fans so, bei denen wir uns für die tatkräftige Unterstützung bedanken. „Einmal Waker, immer Wacker“ schallte es nach Obercastrop. (FV)

Blick auf das durch Flutlicht erleuchtete Spielfeld.

Trainer Aytac Uzunoglu coachte seine Mannschaft vom Spielfeldrand aus.
Der Elfmeter zum 1:0 durch Mike Bednarek

Die Spieler der 2. Mannschaft feuerten gemeinsam mit Elvis Shala (r.) die Erste an.
Vor der Verlängerung spricht Aytac Uzunoglu seinem Team Mut zu.

Die Mannschaft stimmt sich auf das Elfmeterschießen ein.
Flutlichtspiel